05/2007

Bericht aus dem New Martial Hero Magazin

Hong Kong 

 

Entwicklung der Yip Man Wing Chun Linie

Sifu Yip Man ist seit vielen Jahren eine legendäre Figur in Wing Chun Kreisen. Für die Reputation seiner Person und seines Stils weltweit muss man seinen Studenten, seinem Sohn Yip Chun und seinem Neffen Lo Man Kam, Ehre erweisen. Es war eine Herausforderung für Sifu Yip Chun und Sifu Lo Man Kam, den Wing Chun Stil von früher Jugend an zu lernen (hier muss erwähnt werden, dass die ersten Unterrichtseinheiten bereits in Foshan erfolgten, als Yip Man noch dort lebte). Seit dieser Zeit haben sich viele Talente in den verschiedenen Generationen der Yip Man Familie entwickelt. Gorden Lu (Lo), der Sohn von Sifu Lo Man Kam, bekam die Tradition des Wing Chun durch seine Familie weitergegeben und hat sich das Lebensziel gesetzt das Wing Chun System weiter zu verbreiten. Diese Einzigartigkeiten machen es sehr schwierig das Wing Chun Kung Fu zu fördern, ebenso wie das Durchführen von Seminaren und die Unterstützung beim Lernen von Schülern in vielen Ländern der Erde. Als Sifu Gorden ein Kind war, war er den häufigen Diskussionen ausgesetzt, die sein Vater mit seinen Studenten über die Techniken des Wing Chun führte. So wuchs er in dem Bewusstsein auf, dass dem Wing Chun System eine besondere Kraft innewohnt, die durch die schnellen, tödlich akkuraten Schläge auf kurzer Distanz  bedingt ist. Er war erfreut, als er Zeuge der geschickten Techniken und den Wechseln der Fußarbeit in den Seniorklassen seines Vaters wurde. So war es Gorden vorbestimmt, selbst das Wing Chun System zu meistern und er konnte dies durch die Hilfe seines Vaters und den Ermutigungen und Hilfen von Lo Man Kams älteren Schülern erreichen.

Das Aufwachsen in der Kung Fu Federation war Gorden stark durch seine Kung Fu Familie beeinflusst. Bereits mit 15 Jahren begann er das Wing Chun System zu erlernen Er war aufmerksam und konzentriert darauf bedacht das System zu meistern. Schließlich bekam er dadurch ein tiefes Verständnis für das Wing Chun System. Wing Chun ist eine einzigartiges Selbstverteidigungssystem und präzise, weil jede Bewegung genau und energiereich sein muss. Es ist nicht nur  eine einfache Verknüpfung von Techniken; die fundamentalen Theorien liegen allen Bewegungen zu Grunde. Die Aktionen sind hart, weil die Personen, die die Aktionen ausführen, lebende Wesen sind. Nur durch das Lernen und Verstehen der Wing Chun Prinzipien kann man die Fähigkeit, das System mit Geschick anzuwenden, entfalten. Sifu Gorden Lo schärft diese Prinzipien seinen Studenten immer wieder ein.

Unnachgiebig hat er seine Wing Chun Fertigkeiten verfeinert.  Sifu Gorden Lo übte fleißig mit den Studenten seines Vaters seit seinem achtzehnten Lebensjahr. Zusätzlich zu seinem Lernen und Praktizieren des Wing Chun Systems wurde er trainiert das Kung Fu an andere Studenten weiterzugeben und die Federation zu leiten. Seine Erfahrung schließt das Unterrichten und Üben mit Personen verschiedener Altersstufen ein, was die Basis dafür schafft das Wing Chun Kung Fu System zukünftig zu lehren.

In Taiwan muss jeder junge Mann im Alter von zwanzig Jahren seinen Armeedienst ableisten, so das auch Gorden in die Armee eintrat. Wegen seines Wissens um die Kampfkünste wurde er zum Kampfkunst Trainingsteam eingeteilt. Dies war eine einzigartige und wertvolle Erfahrung. Sifu Gorden Lo fand heraus, dass die weit verbreitetste Kampfkunst in der Armee Ju Kwon Do (莒拳道) war. Der First Sergeant von Gordens Einheit  hatte erfahren, dass er Wing Chun praktizierte und nichts über das Ju Kwon Do wusste. Er ersuchte Sifu Gorden Lu um einen Wettstreit, um etwas über das Wing Chun Kung Fu herausfinden zu können. Sifu Gorden konnte sich natürlich einer Order des Vorgesetzten nicht wiedersetzen und er war ebenso begierig darauf die Kraft des Wing Chun Kung Fu zu demonstrieren. Er versuchte die Schwäche des First Sergeant herauszufinden. Er war noch nicht wirklich bereit für den Wettstreit, als der Vorgesetzte ihn bereits mit einer schnellen Attacke aus einer sehr kurzen Distanz überraschte. Er reagierte sofort, Sifu Gorden Lo verteidigte sich gefühlsmäßig selbst, dann benutzte er schnelle Schritte um die Offensive und den Rhythmus des „First Sergeant“ herauszufinden. Nachdem er herausgefunden hatte, dass sein Vorgesetzter keine Kombination aus Angriff und Verteidigung benutzte, riegelte er seine Arme mit Quan Sao und variierte die Situation indem er Chi Sao einsetzte.

Schließlich wendete er sich zur Seite, zog ihn beiseite und bewegte sich vorwärts. Dadurch, dass er seine Mitte und seinen Schwerpunkt verloren hatte weil er beide Hände und beide Beine verwendete, konnte Sifu Gorden den „First Sergeant“ rückwärts ziehen. Die Kontrahenten schlossen die Augen.

Natürlich hatten sie das Ergebnis des Wettstreites erkannt. Der „First Sergeant“ stand aufrecht, klopfte Sifu Gorden Lu auf die Schulter und sagte: „Gut...gut! Sehr schön!“ Die Umherstehenden waren begeistert von der Effektivität des Wing Chun Systems und riefen: „Cool“. Als Sifu Gorden Lo später die Armee verließ wurde er Assistent in der taiwanesischen Polizeischule und in der taiwanesischen Trainings-Akademie des Justizministeriums.Aber man hört nie auf sein Wissen zu vergrößern.

 1994 ging Sifu Gorden Lo in die Vereinigten Staaten von Amerika um sein Lernen mit Sifu Leung Shiu Hung (Duncan Leung) fortzusetzen. Sifu Leung war ein Privatschüler von Sifu Yip Man. Seine Geschicklichkeit mit den Bat Cham Dao (Wing Chun Doppelmesser) ist außergewöhnlich. Obgleich das Training in den U.S.A. sehr streng war, studierte Sifu Gorden Lu hart und trainierte fleißig unter den wachsamen Augen von Sifu Leung. Diese einzigartige Gelegenheit machte es Sifu Gorden Lo möglich das Ziel zu erreichen, eigene Wing Chun Fertigkeiten auszubauen. Weil sich Sifu Gorden in den Militärkampfkünsten auszeichnete, ebenso wie in den Sprachkenntnissen, wurde er 2000 bei der „Applied Materials Taiwan Company“ für das Sicherheits- und das Risiko-Management eingestellt. Seine Aufgaben umfassten unter anderem auch die persönliche Sicherheit und das Begleiten als Bodyguard des Firmenvorsitzenden Jim Morgan, der bereits zweimal von ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten eingeladen worden war. Sifu Gorden Lo zeichnete sich dadurch aus, dass er Sicherheitspflichten auf einem wichtigen Wirtschaftsseminar erfüllte (im Rahmen der CEO der Applied Materials, Gäste waren unter anderem der Leitende Angestellte der „Taiwan Semiconductor Manufacturing Company“, Morris Chang, der leitende Angestellte von „Acer Computer“, Stan Shih und der Sekretär der taiwanesischen Wirtschaft, Shin Yee Lin). Danach spielte Sifu Gorden Lo in verschiedenen Geschäftsbereichen eine wichtige Rolle in Sicherheitsfragen. Zum Beispiel klärte er einige Diebstähle auf, unterrichtete und beaufsichtigte das Training von Sicherheitspersonal, organisierte die Sicherheit für verschiedene Veranstaltungen, verwirklichte und integrierte Geschäftskontinuitätspläne und überwachte die Sicherheit von verschiedenen Gästen. Trotz der Tatsache, das Sifu Gorden Lo durch seine Arbeit in Anspruch genommen wurde, hat sich der Enthusiasmus für das Wing Chun System nicht verändert. Er war gleichzeitig der Kampfkunstausbilder der „Applied Materials Taiwan“ und hat somit dazu beigesteuert die Reputation des Wing Chun Kung Fu in Taiwan zu verbessern.

Heute, genau wie sein Vater vor ihm, unterrichtet er Wing Chun Kung Fu. Er unterhält fortlaufende Klassen in Virginia Beach in den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig wird er jährlich eingeladen Wing Chun in Europa zu unterrichten, wo er die Kraft und Effektivität des Systems Lernenden und Neugierigen demonstriert. Im August 2006 ließ Sifu Gorden Lu seine Studenten am Wong Tornament teilnehmen, dem größten Kung Fu Wettkampf in Nordamerika.. Seine Studenten stellten einige der Gewinner und Sifu Gorden bekam persönlich viel Lob von seinen älteren Studenten. Er hat bescheiden seine Erfolge seinem Vater und seinen älteren Kung Fu Brüdern im Wing Chun System zugeschrieben. Sein gesetztes Ziel ist es ihre Bemühungen fortzusetzen um den Ruf und die Annerkennung des Wing Chun Kung Fus weltweit zu steigern.

Übersetzt  von Marc Debus

Enlargement of the Wing Chun Ip (Yip) Family

Sifu Ip Man has been a legendary figure in Wing Chun circles for decades. Credit for his and the system’s recognition, now worldwide, must be given to his students, his son, Sifu Ip Chun, and his nephew, Sifu Lo Man Kam. It was the destiny of Sifu Ip and Sifu Lo to learn Wing Chun from their youth. Great talents appear in successive generations of the Ip family. Lu (Lo), Gorden, son of Sifu Lo Man Kam, also inherited the Wing Chun tradition from his family, and grew up regarding the propagation of Wing Chun as his life’s mission. These individuals exerted great efforts in promoting Wing Chun Kung Fu, also conducting seminars and attracting students in many countries around the planet. When Sifu Gorden was a child, he was exposed to his father’s frequent discussion of Wing Chun techniques with the students. Thus, he grew up aware of the power of Wing Chun in hitting fast and with deadly accuracy in a short distance. He was amazed when he witnessed the skillful technique and the change of footwork in the seniors’ practice. Sifu Lo determined to master Wing Chun, and he accomplished this with the assistance of his father and the encouragement and the guidance of his seniors. Growing up at Kung Fu Federation, Sifu Lo was strongly influenced by his family. He began learning Wing Chun formally at the age of 15. He was attentive and concentrated intently in order to master the system. Ultimately, he developed a deep understanding of Wing Chun. Wing Chun is a unique system for self-defense precisely because each motion must be accurate and energetic. It is not merely a series of movements; fundamental theory underlies all action. Actions are rigid while the persons performing these actions are living beings. People practice rigid actions, but should not practice these actions rigidly. Only through learning and understanding the principles of Wing Chun can one develop the ability to employ it with skill. Sifu Lo consistently inculcates this concept in his students.

 Though he had already honed his Wing Chun skills, Sifu Lo practiced diligently with his father’s students from the age of 18. In addition to learning and practicing the system, he was also trained to teach Kung Fu to other students and to manage the Federation. His experience included practicing and teaching with persons of different ages, which established the basis for teaching Wing Chun in the future.

In Taiwan, every male is obligated to serve in the army, so at the age of 20, Sifu Lo enlisted. Because of his martial background, he was assigned to the martial art and training team. This was a unique and valuable experience. Sifu Lo discovered that the most prevalent martial art in the army was Ju Kwon Do (莒拳道). His First Sergeant was aware that Sifu Lo practiced Wing Chun and knew nothing about Ju Kwon Do. He requested Sifu Lo for a competition, in order to find out about Wing Chun. Sifu Lo, of course, could not refuse an order, and he was eager to demonstrate the power of Wing Chun. He probed determinately to find the First Sergeant’s weakness. He was not yet ready for the match when the First Sergeant launched a surprise attack from a very short distance. Reacting immediately, Sifu Lo initially defended himself, then used agile steps to check the First Sergeant’s offensive and rhythm. After determining that the First Sergeant did not employ combined attack and guard, he sealed him with Kwan Sau and varied the action by Chi Sau.

Finally, he turned aside to pull him apart and headed forward. Losing his center of gravity because he used both his hands and legs, Sifu Lo immediately pulled the First Sergeant back. The opponents locked eyes.

They already had an understanding of the result. The First Sergeant stood erect, clapped Sifu Lo on the shoulder and said: “Good…good! It’s nice!”  People around were amazed at the effectiveness of Wing Chun and shouted Cool!”  Leaving the army, Sifu Lo became an assistant in the Taiwan Police School and Taiwan Police Training Academy of Justice Department. But there is no limit to the acquisition of knowledge.

In 1994, Sifu Lo moved to the United States to further his learning with Sifu Leung Shiu Hung (Duncan Leung). Sifu Leung was a private student of Sifu Yip Man. His skill of Ba Zam Do (Wing Chun Knife) is outstanding. Although his training in the United States was extremely rigorous, Sifu Lo studied hard and practiced diligently under the enlightened eye of Sifu Leung.

This rare opportunity made it possible for Sifu Lo attain unique skill in Wing Chun. As Sifu Lo excelled in the military arts, particularly in languages, in 2000 he was hired by Applied Materials Taiwan Company with responsibility for security and risk management. His duties with included personal security and serving as bodyguard for the company Chairman, Jim Morgan, who was formerly consultant to two presidents of the United States. Sifu Lo had distinguished himself performing security duties at a major economic seminar (besides the CEO of Applied Materials, guests included the Chief Executive Officer of Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, Morris Chang; the Chief Executive Officer of Acer Computer, Stan Shih; and the Secretary of Taiwan Economy, Shin Yee Lin). Subsequently, Sifu Lo played an important security role in other businesses. For example, he detected a number of stealing, educated and supervised the training of security service personnel, planned security for various events, implemented and integrated BCP (Business Continuity Plan), and supervised the security of guests. Although Sifu Lo busy with his work, Sifu Lo’s enthusiasm for Wing Chun is contagious. He is the martial arts instructor at Applied Materials Taiwan, and has contributed towards strengthening the reputation of Wing Chun in Taiwan.

Today, just as his father before him, Sifu Lo teaches Wing Chun. He conducts on-going classes in the United States in the City of Virginia Beach, Virginia. In addition, he is invited yearly to teach Wing Chun in Europe, where he demonstrates the power and effectiveness of Wing Chun to students and observers. In August of 2006, Sifu Lo successfully led his students in the Wong Tournament, one of the largest kung fu contests in eastern North America. His students contributed a number of champions, and Sifu Gorden, personally, received high praise from the seniors. He has modestly attributed his achievements to his father and his seniors in Wing Chun. His stated goal is to continue their efforts to enhance the status and recognition of Wing Chun Kung Fu around the globe.

 

 

 

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